Blankenese – Rissen

22 Jan Elbstrand Rissen

An die Elbe!
Es ist schon ein ziemliches Privileg, nur wenige Gehminuten von der Elbe entfernt zu wohnen. Denn so kommt man noch häufiger dazu, einen Elbspaziergang zu machen, als die anderen Hamburger. Man kann an vielen Stellen in Hamburg eine Elbspaziergang machen, aber der Klassiker ist die Strecke zwischen Altona und Wedel, die allerdings so lang ist, dass man in der Regel nur eine Teilstrecke läuft.

Treppenviertel Blankenese
An diesem Tag im November 2011 bin ich von Blankenese nach Rissen gelaufen. Zunächst kann man einer der vielen Treppenwege durch das alte Blankenese gehen, immer abwärts der Elbe entgegen. Die Häuser in den engen Wegen in Blankenese sind beeindruckend und haben oft einen wunderbaren Blick auf die Elbe. Aber Neid gegenüber den Bewohnern kommt nicht auf, weil die Vorstellung, über die steilen Treppen seine Einkäufe nach Hause bringen zu müssen, nicht so schön ist.

Blankenese Strand
Vom Strand in Blankenese hat man einen schönen Blick auf Baursberg und Süllberg. An diesem Morgen lag der Strand verlassen und ruhig zu meinen Füßen. Links ruhte die Elbe, auf der nur ab und zu ein kleiner Kahn vorbei fuhr. In solchen Momenten fühlt es sich an der Elbe fast wie in Nordfriesland an. Der Leuchtturm von Blankenese ist weithin sichtbar. Um seinen Fuß herum gibt es ein Gerüst, auf dem man drei Ebenen empor steigen kann und von dort noch besser den Schiffen zugucken kann. Ein kleines Stück die Elbe abwärts überholt mich ein Containerschiff. Es ist leider eines eher hässlichen Kästen, die regelmäßig die Elbe befahren und so richtig groß ist es auch nicht. Trotzdem Ist es für die Spaziergänger ein Hingucker.

Wrack voraus
Vor Blankenese liegt ein Wrack, ein gesunkener Schlepper, dessen Heck bei Niedrigwasser aus dem Wasser guckt, fast herausfordernd mit den verblichen Schriftzug “HAMBURG” auf der rostigen Haut. Ich weiß nicht, warum niemand dieses Schiff geborgen hat und wundere mich, dass dieses Bild nicht häufiger zur Verdeutlichung von politischen Debatten genutzt wird.

Rissen
Vor dem alten Wasserwerk am Falkensteiner Ufer muss ich den Strand verlassen und für ein paar Hundert Meter auf der Straße gehen. Hier ist fast kein Verkehr – also kein Problem. Nach dem Wasserwerk kommt man wieder ans Wasser und schon bald ist der Rissener Leuchtturm in Sicht. Der Strand wird breiter, Dünen heben sich landeinwärts und einmal mehr komme ich mir (fast) so vor, als sei ich an der Nordsee. Für heute ist der Spaziergang beendet. Über die Wittenbergener Heide geht es zum S-Bahnhof Rissen und dann zurück nach Altona.

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Immer dieses Theater!

22 Dez

Hamburg ist zwar nicht Wien, aber trotzdem eine Theaterstadt. Nicht nur die großen Staatstheater sondern auch die vielen kleinen Bühnen bieten ein sehr sehenswertes Programm.

Tücken des Kulturalltags
Wir gehen nicht sehr häufig ins Theater, aber drei bis vier mal pro Jahr schaffen wir es dann doch. Wie immer kaufen haben wir auch für diesen Abend im Dezember 2011 die Karten schon lange im Voraus gekauft. Und wie immer ist es dann für mich aus beruflichen Gründen doch noch knapp geworden. Aber es hat trotzdem geklappt. Nach einem sehr guten (allerdings nicht sehr üppigen) Essen im Restaurant Weltbühne war ich zwar trotz des abschließenden Espresso noch immer müde, aber wir hatten genug Zeit, ganz geruhsam auf unsere Plätze zu schlendern.

Thalia Theater Hamburg

Im Kindergarten?
Schon im Foyer schwante mir böses. Das ganze Theater war voll von Schulklassen. Aufgeregte und aufgedonnerte Mädchen, die abwechselnd kichern und kreischen und coole Jungs, deren gelangweilte Miene sich nur änderte, wenn sie sich gegenseitig boxten. Mir war komplett entfallen, das Theater zumindest unter der Woche bedeutet, den Abend unter Schülern zu verbringen. So viele Schulklassen wie an diesem Abend hatte ich allerdings noch nie erlebt. Vor uns Schüler, die ihre gesamte Wintergarderobe auf Die Nebensitze stapelten (um sie später, als weitere Gäste kamen, auf den Schoß zu nehmen), neben und Mädchen, die eine riesenhafte Handtasche vollen Süßigkeiten dabei haben (so ein Abend kann lang werden) und hinter uns die genervten Lehrer.

Das Spiel beginnt
20 Schulklassen und Schillers Räuber: Kann das gut gehen? Ja. Es ging wunderbar. Die wilde Inszenierung von Nicolas Stemann begeisterte die Schüler schon nach wenigen Minuten. So muss Theater sein, so mag ich es. Die Schauspieler-Räuber soffen ihr Bier nicht nur auf der Bühne, sondern auch mitten in den Reihen des Parkett. Hinter der kargen Bühne, auf der anfangs nur vier Stühle standen, brennt das Schloss Moor auf einer Leinwand. Und zur rechten Zeit greifen die Schauspieler zu Gitarre und Schlagzeug und rocken die Freiheit. Das erstaunlichste dabei war, dass die Schüler alle voll konzentriert dem Schauspiel gefolgt sind. Kein ständiges Tuscheln, kein SMS-tüdelütt. Ach ja: mir hat das Stück auch sehr gut gefallen.

Mehr zur Theaterstadt
Die Räuber liefen im Thalia-Theater. Es gehört ebenso wie das Deutsche Schauspielhaus zu den besten Sprechbühnen Deutschlands. Ich persönlich mag außerdem das Thalia in der Gaußstraße, das Hamburger Sprechwerk und vielen Amateurbühnen wie z.B. die Räume im Goldbekhaus. Die Bilder stammen aus Proben aus dem Schauspielhaus (Andorra, Nachtasyl, Spieltrieb, alle 2006). Ich hatte vor einigen Jahren das Glück, Fotos bei den Proben im Schauspielhaus machen zu dürfen. Aber das ist eine andere Geschichte.

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Links

Deutsches Schauspielhaus

Thalia Theater und Thalia in der Gaußstraße

Hamburger Sprechwerk

Übersicht über Theater in Hamburg

Nachts im Hamburger Hafen

21 Dez

Warten auf das richtige Licht

Ich stand mitten in der Nacht auf der Brücke Köhlbranddeich mitten im Hamburger Hafen und wartete auf das richtige Licht. Die schönsten Nachtbilder entstehen nach Sonnenuntergang, wenn der Himmel noch eine leichte blaue Farbe hat. Mit dem Auge kann man das kaum sehen, dafür ist das blaue Leuchten zu schwach. Aber auf den Fotos sieht man das Licht in wunderbaren Blautönen. Nachts ist es sehr einsam im Hafen und ein bisschen unheimlich war mir schon. Dass auch andere Menschen waren, meist nur als haschende Schatten zu erkennen, machte mich nicht ruhiger. Nicht weit von mir entfernt schlugen sich ein paar Burschen ins Gebüsch, kletterten lautstark über die Ufersteine und begannen dann in der dunklen Elbe zu angeln. Völlig harmlos, ich beruhigte mich wieder.

Born to be alive

Dann hörte ich ein entferntes Stampfen und Wummern. Upf, upf, upf ging es pausenlos in einem schnellen Rhythmus. Das Geräusch war fern, wurde aber langsam lauter. Es schien so gar nicht in die stille Hafennacht zu passen. “Was zum Teufel ist das?”, fragte ich mich. Je lauter das Geräusch wurde, desto ängstlicher wurde ich. Schließlich sah ich ein Boot den Roßkanal hinauf fahren. Das Wummern kam von diesem Boot, wurde lauter und lauter, und schließlich fuhr die Partybarkasse  Frau Hedi unter der Brücke durch und die Disco-Version von “Born to be alive” dröhnte in die Nacht. Frau Hedi bog in einem eleganten Bogen in den Köhlbrand ein, die Musik verebbte langsam und nach ein paar Minuten stand ich wieder in der ruhigen Dunkelheit.

Köhlbrandbrücke nachts mit blauem HimmelDie Köhlbrandbrücke

Das Restlicht war nun endlich genau richtig und konnte mit dem Fotografieren loslegen. So viele Bilder habe ich an diesem Abend gar nicht gemacht. Aber das Bild der Köhlbrandbrücke mit dem blauen Himmel gefällt mir immer noch sehr gut.

Frau Hedi

Video: Born to be alive

Die Köhlbrandbrücke

Der Fernsehrtum

11 Dez

Der Hamburger  Fernsehturm gehört aus verschiedenen Gründen zu den beliebtesten Fotomotiven der Stadt. Zum einen ist er zwar nicht gerade omnipräsent aber mit seinen 279 Metern Höhe doch von vielen Orten aus gut zu sehen und damit auch zu fotografieren. Daher kann man ihn auch immer wieder mit anderen Motiven kombinieren, so dass jedes mal eine eigene Bildaussage entsteht. Hinzu kommt, dass der Turm je nach Licht ganz verschieden wirkt. Gerade im Morgen- und Abendlicht glänzt die Betonhaut besonders schön.

Den offiziellen Namen des Fernsehturms, “Heinrich-Hertz-Turm”, nutzt kein Mensch in Hamburg. Naja, vielleicht der eine oder andere Beamte. Der Turm ist seit 2001 für die Öffentlichkeit gesperrt. Zunächst wegen Asbest, später, weil die Rettungswege nicht mehr den aktuellen Vorschriften entsprachen.Um den Turm wieder zu eröffnen, müssten ca. 10 Mio. Euro investiert werden. Die Besitzerin, ein Tochterunternehmen der Deutschen Telekom, hat bisher keinen Dummen gefunden, der diese Summe aufbringen möchte. Und die Telekom will die Kosten auch nicht übernehmen Also bleibt der Turm verschlossen.

Das ist wirklich sehr schade, weil Hamburg dadurch eine Attraktion verloren hat, von der aus man einen phantastischen Blick über Stadt hatte. Im Restaurant konnte man essen, während sich die Plattform langsam einmal um den Turm drehte. Die Vorspeise mit Blick auf den Hafen, beim  Hauptgericht die Grindelhochhäuser im Blick und zum Dessert Altona zu Füßen.

Ich habe den Turm immer wieder mehr nebenbei als geplant fotografiert. Ich komme oft in der Nähe vorbei und eine Kamera habe ich sowieso immer dabei. Die Fotos sind also keine geplanten Kompositionen sondern Glückstreffer. Glück gehört im Leben eben dazu.

Ein paar Fakten:

  • Name: Fernsehturm Hamburg / Heinrich-Hertz-Turm
  • Höhe: 279,2 Meter
  • Höhe Aussichtsplattform / Restaurant: 128 Meter
  • Bauzeit: 1966 – 1968
  • Gewicht: 43.000 Tonnen

Mehr zum Fernsehturm bei Wikipedia

Mehr zum Fernsehturm bei hamburg.de

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